Königsberger Apfelkuchen – Sommer Rezept

Koenigsberger Apfelkuchen

Aus dem Buch “Dampfnudeln und Pfeffersoß – Rezepte unser bessarabischen Küche”, gesammelt und bearbeitet von Helene Krüger-Hacker.

Meine Grossmutter ist noch in Bessarabien geboren und meine Mutter hat mir dieses Buch geschenkt. Wie es auf der “Vorwart” Seite erklaert ” diese gesammelten Koch- und Backrezepte unsere alten Heimat sollen nicht nur den Appetit anregen, sondern sie sollen auch Rückblende in die Vergangenheit unseres kleinen Völkchen sein. Es ist aber auch der Versuch, die Eigenart unserer Küche an unsere Kinder weiterzugeben. Vielleicht gelingt es uns, zusammen mit der jungen Generation einige alte Kochgepfogenheiten auch hier “heimisch” werden zu lassen.”

Auch in Kanada!

Mürbeteig

  1. 165 g Butter
  2. 100 g Zucker
  3. 1 Ei
  4. 1 Prise Salz
  5. 200 g Mehl
  6. 1 MSP. Backpulver
  7. 1 Glas Weißwein
  8. Saft einer Zitrone
  9. 1 Stückchen Zimt
  10. Johannesbeer-und Himbeergelee
  11. 50 g Mandeln
  12. 50 g Rosinen
  13. Belag: 1 1/2 kg säuerliche Äpfel

Aus Butter, Zucker und Ei eine schöne Schneemasse rühren, eine Prise Salz und das gesiebte Mehl darunter mischen, nach Belieben Backpulver. Den Teig kalt stellen, damit er fest wird.

Eine gefettete Kuchenform damit belegen, Rand hochziehen und ausdrücken, mit einer Gabel einstechen und bei 200 Grad leicht bräunlich backen.

Beleg: Inzwischen Apfel schälen und halbieren, in eine Kasserolle legen, Weißwein und Zitronensaft darüber giessen, 125 g Zucker und Zimt beifügen. Die Äpfel darin langsam weich kochen, sie dürfen aber nicht zerfallen.

Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf einem Sieb abtropfen lassen. In den Apfelsaft den restlichen Zucker schütten und so lange kochen bis er geleeartig ist.

Den gebackenen Kuchenboden mit Johannisbeeren und Himbeerengelee bestreichen, die abgetropften Äpfel darauflegen. Mit gehackten Mandeln und aufgekochten, abgetropften Rosinen bestreuen und das Apfelgelee darübergießen.

Wo ist Königsberg einmal gewesen?

Königsberg war seit 1724 die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Bis 1945 war sie als Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen. Mit der Reichsgründung wurde sie 1871 zur nordöstlichsten Großstadt des Deutschen Reiches. Im April 1945 fiel die in die Hand der Roten Armee. Durch das Potsdamer Abkommen wurde Ostpreußen mit anderen deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie von Deutschland abgetrennt. Das nördliche Ostpreußen mit Königsberg kam unter die Verwaltung der Sowjetunion und wurde militärisches Sperrgebiet. Die nach der Eroberung in Königsberg verbliebene Zivilbevölkerung, welche die ersten Nachkriegsjahre überlebt hatte, wurde bis 1948 in die Sowjetische Besatzungszone abgeschoben. Die ehemals deutsche Stadt heißt seit 1946 Kaliningrad, wurde mit Menschen aus der Russischen Sowjetrepublik neu besiedelt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1990 ist die Oblast eine Exklave Russlands, die im Süden an Polen und im Norden und Osten an Litauen grenzt.

Wo ist Bessarabien einst gewesen?

Gerufen wurden sie 1813 vom russischen Zaren – vertrieben 1940: Bauern, Handwerker, Lehrer, Pfarrer, Angehörige verschiedenster Glaubensrichtungen, Menschen, die vor der Willkür deutscher Fürsten nach Südrussland, in das fruchtbare Gebiet Bessarabien flohen. Sie brachten ihre Frömmigkeit mit, Pragmatismus, Bescheidenheit und Fleiß. Ihre Dörfer nannten sie Friedensfeld oder Gnadental, Neu-Posttal oder Wittenberg.

Das zaristische Russland siedelte die deutschen Auswanderer in Bessarabien planmäßig an. Sie bekamen in Südbessarabien, auf weiten, baumlosen Steppenflächen des Budschak, Flächen von insgesamt 1500 km² zur Verfügung gestellt. Im Sprachgebrauch der Bessarabiendeutschen war es Kronland, weil es von der russischen „Krone“ (dem Zaren) zur Verfügung gestellt wurde. In der ersten Siedlungsphase bis 1842 entstanden 24 deutsche (Mutter-)Kolonien. Die Flur- und Ansiedlungsflächen sowie der Grundriss der Siedlungen waren von der russischen Ansiedlungsbehörde vorgegeben. Die so neu entstandenen Dörfer hatten alle den gleichen Siedlungsgrundriss als Straßendorf. Angelegt wurden die Siedlungen meist in einem langgestreckten Tal mit sanft ansteigenden Hügeln. Nur sehr wenige Ankömmlinge fanden im Land sogenannte Kronshäuschen vor, die vom russischen Staat (der „Krone“) schon errichtet worden waren. Meist hausten sie am Anfang in selbst gegrabenen Erdhütten. Schon die Ankunft war eine Enttäuschung, denn die Auswanderer stießen in kaum besiedeltem Land auf eine Ödnis mit hohem Gras, Disteln und Unkraut

“Erst kam der Tod, dann kam die Not und endlich kamm das Brot”. Die Region blühte auf – bis die Siedler in den Wirren des Zweiten Weltkrieges umgesiedelt wurden:

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